Ausbildung

Wenn Lampenfieber schweigsam macht (Birgit Ebbert)

Es gibt Menschen, die fallen auf, weil sie verrückt aussehen und andere, weil sie immer im passenden Moment die richtige Antwort haben. Die haben es in der Schule besonders gut, weil sie immer wissen, was der Lehrer hören möchte und ihnen selbst, wenn sie es nicht wissen, eine Antwort einfällt.

"Ich habe Angst, dass die anderen mich auslachen", erklärt die 10-jährige Svenja, warum sie ganz anders ist, warum sie still in der Schule sitzt und auch sonst wenig sagt, wenn Fremde dabei sind. So wie Svenja geht es vielen, nicht nur Kindern und Jugendlichen. Auch viele Erwachsene trauen sich nicht, etwas zu sagen, aus Angst, sich zu blamieren. Sie bekommen Schweißausbrüche, wenn sie daran denken, vor einer Gruppe zu sprechen und sie denken viel darüber nach, nämlich immer dann, wenn sie etwas sagen sollten.

Es ist gar nicht so leicht, diese Angst in den Griff zu bekommen. Das erfordert viel Mut und Menschen, die einen unterstützen. Wichtig ist, sich nicht gleich zu viel vorzunehmen, sondern erst einmal kleine Schritte, zum Beispiel, sich zu melden, um die Hausaufgaben vorzulesen. Die könnt ihr am Tag vorher mit Freunden oder Eltern besprechen, sodass sie ganz sicher richtig sind und keinen Anlass für Gelächter geben. Das ist doch schon ein Erfolgserlebnis, das motiviert, weiterzumachen. Als nächstes meldest du dich vielleicht, um einen Text vorzulesen. Du wirst schon immer mutiger. Gewöhne dir an, im Unterricht die Antworten auf einen Zettel zu schreiben, wenn du dich nicht meldest. Dann siehst du, dass du ganz alles richtig wusstest. Nimm dir vor, dich in jeder Stunde einmal zu melden. Nicht öfter am Anfang, denn das eine Mal ist schon Stress genug. Versuch so wenig wie möglich darüber nachzudenken, sondern strecke einfach die Hand aus, sobald dir die Antwort eingefallen ist. Du wirst sehen, nach und nach wirst du mutiger.

Vergiss nicht, dich für jeden kleinen Erfolg zu loben, bitte deine Freunde, dich zu ermutigen und dir ruhig mal einen Rippenstoß zu geben, wenn sie merken, dass du zauderst.

Hat dein Lehrer beim letzten Elternsprechtag ausdrücklich betont, dass du dich mehr am Unterricht beteiligen musst? Dann berichte ihm, dass du einen Plan hast und dich mehr melden möchtest. So kann auch er dich loben und darauf achten, ob du dich vielleicht nur halb meldest, weil dein Mut nicht für mehr reicht, und dich dran nehmen.

Erfolg ist eine Frage des ersten Schrittes, fang einfach an.

Buchtipp: “Miekes genialer Anti-Schüchternheitsplan” von Birgit Ebbert aus dem Arena Verlag.

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