Wirtschaft

Mama und Papa im Legoland

Spielen ist eine ernste Sache ;-)

Mathias, bei dir dürfen Erwachsene mit Legosteinen spielen. Warum tun die das?

Mathias: Weil Spaß auch Erwachsenen gut tut. Und weil „mit den Händen“ agieren etwa 60 bis 70 Prozent der Gehirnzellen aktiviert. Auch das kann in Tagungen und Workshops nicht schaden.

Wie gehst du dabei vor? Gibst du Themenbereiche an oder entwickeln die Leute ihre Ideen ganz frei?

Mathias: LEGO und die bekannte Business School IMD in Lausanne haben das Programm entwickelt – ich adoptiere es auf die Ziele und die Bauherren/-damen. Jedes Mal neu, je nach Aufgabenstellung. Beispielsweise eine Strategieüberarbeitung oder ein Teamentwicklungsprozess.

Welche Ergebnisse erzielt ihr und wie werden sie in der Praxis umgesetzt? Hast du ein konkretes Fallbeispiel dazu?

Mathias: Ganz konkret haben wir vor einiger Zeit gebaut, wie eine Bank in drei Jahren aussehen soll. Drei Vorstände haben sich an die Arbeit gemacht. Ein wahrlich komplexes Thema – mittels LEGO SERIOUS PLAY war es übersichtlicher. Deutlich klarer.

Welche Menschen kommen zu dir, um Lego Serious Play zu spielen?

Mathias: Ganz unterschiedliche Organisationen – meist, aber nicht immer, von Firmen. Die Teilnehmer sind ganz unterschiedlich. Wir hatten schon Oberbürgermeister & Amtsleiter, Vorstände & Direktoren, Teamleiter und Sachbearbeiter auf der einen Seite und Kunden, Zulieferer, Journalisten oder auch Mitarbeiter auf der anderen. Zum Beispiel hat Canon mit seinen Kunden „das Büro der Zukunft“ gebaut.

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Wer hat sich das Spiel ausgedacht und warum?

Mathias: LEGO selbst hatte die großen und kleinen Unternehmensberatungen im Haus, mit mehr oder weniger großem Erfolg. Dann hat sich das Unternehmen daran erinnert, dass es selbst unfassbar viel über „lernen“, „kommunizieren“ und „spielen“ weiß. Und dann kam die Kooperation mit der Schweizer Schule. Bang.

Stößt du auf Vorurteile und wie gehst du damit um?

Mathias: Die Entscheider der Veranstaltungen sind meist etwas mutiger. Denn deutsches Management spielt eher selten. Anscheinend ist Spaß „da oben“ nicht immer gewollt. Doch spätestens nach einem Test-Workshop hat bisher tatsächlich jeder Kandidat zugeschlagen.

Spielst du das Spiel selber auch, um deine Kreativität anzuregen?

Mathias: In komplizierten Fällen habe ich alleine, oder in unserem Team bereits gebaut. Und bei Workshops selbst kann ich persönlich nicht die Finger davon lassen. Ich habe ständig LEGO-Bausteine in der Hand. Extrem positiv… alleine das Gefühl!

Welche Rückmeldungen bekommst du von deinen Kunden?

Mathias: Dass sie anfangs skeptisch und dann völlig überrascht sind. Denn durch den „Flow“ werden enorm schnell Ergebnisse entwickelt und diese sind meist nicht von den üblichen Machtspielen, Höflichkeitsfloskeln und Sprachbarrieren dominiert.

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Wo kann LSP gespielt werden?

Mathias: An runden Tischen mit maximal 11 Personen. Dann fliegt die Eigendynamik! Mehrere Tische gleichzeitig haben wir schon oft realisiert. Mit Gruppen von über 400 Menschen oder eben nur 3.

Gibt es Menschen, bei denen Blockaden so stark sind, dass es gar nicht funktioniert?

Mathias: Bei über 1.000 Teilnehmern hatten wir eine Person, die tatsächlich nicht gebaut hat. Doch diese hat dennoch mit diskutiert. Bei LEGO SERIOUS PLAY siehst du eben alles – auch die ruhigeren oder passiven Mitarbeiter.

Was schätzt du selber besonders an dieser Art zu arbeiten?

Mathias: Dass die genannten Machtverhältnisse und die übliche Zurückhaltung ziemlich nebensächlich sind. Und dass selbst hoch komplizierte Sachverhalte sichtbar werden. Jeder Baustein bedeutet etwas – ganz frei, völlig frei wählbar!

Vielen Dank für das Interview und deine Zeit, Mathias.

Wer mehr über die neuesten Trends, LSP und Mathias wissen will, kann sich auf youtube informieren: http://www.youtube.com/user/haaskommuniziert#p/u

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